Am Dienstag, 28. April erscheint die Mai-Ausgabe der magaScene!
Hier das Editorial von Jens Bielke:

Wir brauchen alle mehr „Biscaya“! Am 19. April hatte mein Vater Geburtstag. Als guter Sohn fuhr ich in die Heimat, ins beschauliche Uelzen. Nach dem Restaurantbesuch beim Kroaten (auf der Speisekarte stand tatsächlich noch „Zigeunerschnitzel“) ging es zu Kaffee und Kuchen zu ihm nach Hause. Dort bekam er dann auch sein Geschenk: eine Oceanbox. Das ist ein kleiner Lautsprecher, der für 100 Sekunden den Sound des Meeres abspielt, sobald man sich ihm nähert, einem eingebauten Bewegungsmelder sei Dank. Dazu muss man wissen, dass mein 82-jähriger Silberrücken nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs ist, Fernreisen sind schon seit längerem tabu, die Illusion am Strand zu sitzen aber nicht. Als ich das Gerät auspackte und in Betrieb nahm, rauschte es auf der Kaffeetafel. Und alle lauschten. Plötzlich zückte mein Stiefbruder sein Handy, scrollte zu Spotify und es erklang eine Melodie, die ebenfalls mit einem Meeresrauschen beginnt: „Biscaya“ von James Last, aufgenommen im Jahr 1982. In Ranking-Sendungen wie „Die schönsten Lieder Norddeutschlands“ landet dieser unverwüstliche Instrumentalhit regelmäßig in den Top Drei. Das Akkordeonspiel von Jo Ment ist legendär. Als der Musiker, der im James Last Orchester das Bandoneon bediente, 2002 verstarb, wurde „Biscaya“ von Hansi nie wieder live gespielt.

Der Song hat etwas. Am Tisch wurde es still, alle lauschten, summten und träumten sich irgendwo hin. Etwa bei Minute eins gibt es eine Stelle, an der das Akkordeon die See zum Tosen bringt, Sirenengesang erklingt, dann legt sich das Meer wieder zur Ruhe. Nach dem Sturm kommt die Stille. Es klart auf. Das Leben geht weiter. Ich glaube, wir könnten aktuell alle ein bisschen mehr „Biscaya“ vertragen: Dem sandbankhoppenden Buckelwal könnte das Lied vielleicht den Weg in den Atlantik weisen, dem teuertankenden Autofahrer nach dem Verlassen der Zapfsäule ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder allen gestressten Werktätigen für vier Minuten einfach mal ein gutes Gefühl geben. Ich hoffe, dass meinem Dad die Oceanbox gefällt, im Sommer könnte er sie sich auf die Terrasse stellen und nach 100 Sekunden Meeresbrandung locker den Arm heben, um die nächsten Wogen heranzuwinken. Bei meinem nächsten Besuch werde ich das überprüfen. Vermutlich steht sie dort, wo auch die Vogelgezwitscherboxen immer landen: auf dem Klo. Rauscht gut in den Mai!

Viel Spaß beim digitalen Schmökern! Wer weiterhin auf Print schwört, findet die magaScene aktuell an knapp 500 Auslagestellen im Stadtgebiet Hannovers.

Ausblick: Die Juni-Ausgabe der magaScene erscheint am 28. Mai.

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