Am Freitag, 27. März erscheint die April-Ausgabe der magaScene!
Hier das Editorial von Jens Bielke:
Club zu, Affe tot? Ich war am 5. März in der Baggi. Nicht zum Tanzen und Feiern, sondern beruflich. Der KlubNetz e.V. hatte als Verband der niedersächsischen Konzertkulturschaffenden zu einem Talk eingeladen, das Thema: „Clubwelt Hannover - Nachtleben und Nostalgie“. Über allem schwebte die Frage: Wer braucht heute eigentlich noch Clubs? Zum Trinken, Musikhören und Flirten ging man früher in die Disco, heute trifft man sich zum Limmern am Kiosk, hört dabei eigene Musik aus der Boombox und wischt sich nebenbei auf dem Smartphone zum nächsten Date. Warum also noch ausgehen, sich mit Türstehern rumärgern und Angst vor KO-Tropfen und dem Nachhauseweg haben? Die Liste der ehemaligen Clubs wird auch in Hannover länger, jüngstes Opfer: das PAN auf dem Engelbosteler Damm. Martin Polomka, Betreiber der Baggi, gestand bei der Anmoderation: „Wir machen hier nur noch Event-Geschäft, der Rückgang der Gästezahlen war nach Corona dramatisch, es lohnt nicht mehr, freitags und samstags für reinen Disco-Betrieb zu öffnen.“ Kaniye Beer, Vorsitzende des KlubNetz e.V. und Chefin im Kulturpalast Linden, ergänzte: „Wir haben Anfang des Jahres überlegt, unseren Laden in der Deisterstraße komplett zu schließen.“ Und Emmi Schömburg vom Indiego Glocksee verriet: „Wir holen uns 2026 Events ins Haus, die wir eigentlich nicht wollen, die aber die Kasse füllen.“
Wie also kann man die Clubs wieder füllen? Darauf hoffen, dass die jungen Leute das Digitale irgendwann satthaben und wieder rausgehen? Die Partygäste für einen sicheren Heimweg zur nächsten Bahnstation eskortieren? Über eine Renaissance der One-Ticket-Night nachdenken à la „Nacht der Nächte“ oder „Random Play“? Beim Talk anwesende Politiker weckten immerhin die Hoffnung, dass sich der Rat der Stadt demnächst mit dem Thema „Vergnügungssteuer für Clubs abschaffen“ befassen wird. Vielleicht sollte man auf Landesebene auch mal beim Verbot von öffentlichen Tanzveranstaltungen rund um die Osterfeiertage ansetzen. Zur Einordnung: In Niedersachsen reicht das Tanzverbot von Gründonnerstag 5 Uhr bis Karsamstag um 24 Uhr. 67 Stunden verordnete Stille, die auch heuer garantiert wieder zu hitzigen Debatten zwischen Gläubigen („Ruhe, bitte!“) und Ungläubigen („God is a DJ!“) führen werden. In Hamburg und Bremen sieht man das alles viel lockerer: Hamburger müssen nur 24 Stunden in sich kehren, von Karfreitag 2 Uhr bis Karsamstag 2 Uhr, Bremer sogar nur 15 Stunden lang die Füße stillhalten, am Karfreitag von 6 bis 21 Uhr. Fakt ist: Clubs sterben leise. Wird Zeit, dass wir alle lauter werden!
Viel Spaß beim digitalen Schmökern! Wer weiterhin auf Print schwört, findet die magaScene aktuell an knapp 500 Auslagestellen im Stadtgebiet Hannovers.
Ausblick: Die Mai-Ausgabe der magaScene erscheint am 28. April.
Ihr findet uns jetzt auch als kluge Stimme auf Social Media: Folgt uns auf Instagram (magaScene_hannover) und Facebook (MagaScene)!
Hier geht es zu unserem digitalen Veranstaltungskalender. Alle Termine für die Stadt und Region Hannover: events.haz.de
|
April-Ausgabe der magaScene Download |
|
März-Ausgabe der magaScene Download |
||
|
Hannover Geht Aus! Winter 2025 Download |
|
com.unity Wintersemester 2025/2026 Download |